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Die Geschichte

Die kirchliche Provinz Litauens wurde durch die Bulle (Apostolische Konstitution) “Lituanorum gente” von Papst Pius XI am 04. April 1926 gegründet. Vom mächtigen Bistum des Niederlitauens (Þemaitija) wurde drei neue Diözesen gebildet: das Erzbistum Kaunas, die Diözesen Panevëþys und Telðiai. In der Telðiai Diözese wurde die Prälatur Klaipëda angeschlossen, die die Gemeinden des katholischen Klaipëdas Gebiets umfasste (früher gehörten diese Gemeinden der Ermlands Diözese). Als erster Bischof von Telðiai war Justinas Staugaitis, Signatar der Litauischen Unabhängigkeitsakte, berühmter Tätiger des politischen und kulturellen Lebens in Litauen. Als Diözesezentrum — die bischöfliche Residenz — wurde Stadt Telðiai, die heute auch als Hauptstadt von Niederlitauen (Þemaitija) genannt ist.

Anfang der Diözese war sehr schwer.

“Es wurde deutlich, dass in allen sieben Kursen in Priesterseminar Kaunas nur 26 Seminaristen Telðiai Diözese sind. Das heist, wir werden jedes Jahr etwa noch 3 Priester bekommen. (Falls diese unsere Kleriker bis zum Ende schaffen werden). Nach dieser Erfahrung habe ich sogar Angst bekommen”. In der Telðiai Diözese gab es sehr viele ältere Priester, und was wird nach ihrem Tod zu machen? “Bald werden wir sogar keine Pfarrer haben, nicht nur Kapläne”… schrieb der Bischof Just. Staugaitis. Darum ungeachtet aller finanziellen und anderen Probleme hat er sich entschieden, ein Priesterseminar in Telðiai zu eröffnen. Der Bischof Just. Staugaitis liess sich dem Beschluss von Consilium Tridentum leiten (1545-1563), wo gesagt wurde, dass in jeder Diözese Ämter für die Priestervorbereitung sein müssen, die die jungen Männer für die pastorale Arbeit in ihrer Diözese vorbereiten könnten. Selbstverständlich, gab es viele wenige Gegner sogar unter den Diözesepriestern, starke Kritik kam auch aus Kaunas”. Die Telðiai Diözese, in der über 400 tausend Gläubigen waren, konnte weiter mit der kleinen Priesterzahl nicht ausreichen, deshalb wagte sich der Bischof zu diesem Schritt, ohne grosse Aufmerksamkeit den Widersprüchen zu schenken. “Für mich war die kompetente Meinung der Vertretung vom Apostolischen Stuhl wichtig. Prälat L. Faidutti kümmerte sich um Vertretungssachen. Ich habe ihm meinen Plan und seine Realisierung ausführlich ausgelegt. Vom Prälaten L. Faidutti bekam ich nicht nur seine Zustimmung, sondern auch herzliche Ermutigung. Das war für mich genug”. Im Jahr 1927 wurde das Priesterseminar in Telðiai eröffnet. Sein Regens war Priester V. Borisevièius. In demselben Jahr war Priester Just. Juodaitis, mit seinem Studium fertig. Er kam nach Telðiai und begann im Priesterseminar als Lektor und Spiritual zu arbeiten, weil er das Studium an der Kaunasser Universität, Philosophischen Fakultät absolviert hat. Im Priesterseminar war auch Kanzler der Kurie, Priester Dr. Galdikas tätig. Er setzte die Arbeit des Bischofs V. Borisevièius fort. “Jetzt war das ganze Personal komplett. Wir begannen unsere Priester zum höheren Studium nach Rom zu schicken. Auf solcher Weise wuchs das Seminarium und das Lehrpersonal”.

In dem ersten 2 Studienjahrgängen waren 43 Studenten. Am Anfang gab es Schwierigkeiten mit den Räumen. Das Seminar hatte die Räume im alten Bernhardiner Kloster. Für den Bau eines neuen Gebäudes brauchte man 300 000 Lit. Der Bischof Just. Staugaitis bat die Dekane, Priester und alle Gläubige um Hilfe, aber solche Geldsumme zu sammeln war es sehr schwer. Es wurde besser nach der Abfahrt des Priesters Valaitis nach Amerika. Dort, während seiner zweijährigen Tätigkeit hat er 40 tausend Dollar (400 tausend Lit) gesammelt.

Im Jahre 1928 begann das neue Schuljahr schon in neuen Gebäuden.

Für den Bau und die Aufbewahrung des Seminars wurde vom Staatregierung kein Münze gegeben. Es gaben sogar Versuche das Seminar zu schliessen. Selbst Ministerpräsident Litauens schrieb eine Brief-Note nach Vatikan, mit der Forderung das Priesterseminar in Telðiai zu schliessen. Also, das Seminar ohne Staatsunterstützung funktionierte bis zum Jahre 1930. Im Jahre 1930 hatte das Priesterseminar 90 Studenten. Die Theologie war weit mit der Philosophie und den Naturwissenschaften verknüpft. Da wurden solche modernen Diszipline, wie Philosophie der Kultur, Ästhetik, Methodik der Wissenschaftlichen Arbeit, Anthropologie, Fremdsprachen (Latein, Griechisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch), unterrichtet. Unterrichte gaben die Professoren, die meistens im Ausland ihr Studium beendet haben: J. Juodaitis, P. Ramanauskas u.a. Viele Jahre waren als Regens Prälat V. Borisevièius, der Spiritual J. Juodaitis und später Bischof Pr. Bûèys tätig.

Die Hauptaufgabe des Seminars war: Erziehung der Priestersperson, Bildung des priesterlichen Charakters; die zweite Aufgabe war: ein wissenschaftlicher Vorzug. Alle begabten Studenten wurden zum Streben nach der Wissenschafts — und studiumshöhe angeregt. Vom Heiligen Stuhl geschickt (der) Visitator der Seminarien Litauens Pater Dominikaner Peltier hat gesagt, dass das Priesterseminar von Telðiai die Herzen und Vernunfte erzicht. Selbst Prälat Regens V. Borisevièius hat moralische Theologie unterrichtet. Für seine Unterrichte waren Klarheit, Logik, Forderung und Strenge typisch. Er lebte nach den theologischen Normen, und sein grösster Wunsch war diese Lebensweise auch seinen Studenten zu übergeben. Er war sehr für den moralischen und intelektuellen Zustand des zukünftigen Priesters besorgt. Seiner Meinung nach, muss der Priester heilig und nur heilig sein. Er soll dem Priestertum wert sein. Die ersten 9 Neupriester wurden am 12. Juni 1932 geweiht.

Im Jahre 1932 hatte das Seminar schon eine reiche Bibliothek (10000 Bände) und ein gutes physikalisches Kabinett. “Hier waren solche Geräte komplettiert, die keine andere Schule Litauens hatte”. Seit 1927 bis 1940 studierten hier ständig von 41 bis 122 Seminaristen. Die ersten neuen Seminaristen wurden am 12. Juni 1932 geweiht.

Im Jahre 1936 und 1939 wurde das Seminar reorganisiert. Ab 1936 waren die Unterrichte der Philosophie von 12 Stunden pro Woche zu 21 Stunden pro Woche erweitert. 1935 war Apogäumsjahr des Seminars — hier studierten 122 Seminaristen.

Bis zum Jahr 1940 hat das Seminar ungefähr 150 Priester vorbereitet, die meistens in den Gemeinden Niederlitaunens tätig waren.

Im Jahr 1940 wurde V. Borisevièius Bischof und Seminarregens wurde P. Ramanauskas.

Im Jahre 1940 hat die Sowjetregierung das Seminar von Telðiai geschlossen. Im Herbst von 1941 wurde es wieder eröffnet, aber im Frühling von 1946 wurde seine Tätigkeit durch Sowjetbesetzung wieder unterbrochen.

Nach der Seminarsschliessung funktionierte hier das Lehrerseminar, später war hier Taubstummeninternat. Die Priester für ganz Litauen wurden erst in einem interdiözesen Seminar in Kaunas vorbereitet. Die Zahl der priester war sehr klein. Nur 5 Priester im Jahr absolvierten das Seminar. Die Zahl der Priester verringerte sich schnell: die Alten zogen zurück und die Jungen fehlten. Viele Priester (ungefähr 50) wurden in den Lagern umgebracht, oder erschossen.

Im Jahre 1989 hat der ehemalige Student dieses Seminars Bischof Antanas Vaièius das Dekret über die Wiederherstellung des Priesterseminars in Telðiai herausgegeben. Als Regens war Domkapitular Kazimieras Gasèiûnas, Lektor des interdiözesen Seminars von Kaunas eingesetzt. Die Pflichte vom Spiritual hatte Dozent Dr. St. Brazdeikis genommen. Sie waren die ersten Menschen, die diese schwere Arbeit begonnen haben. Im Jahre 1989 gab es im ersten Studienjahrgang 22 Studenten. Das Seminar begann seine Tätigkeit. Im Seminar arbeiten: Domkapitular K. Gasèiûnas, Dr. Priester St. Brazdeikis, Bischof Antanas Vaièius, auch einige Spezialisten — Laien sind hier tätig.

Der Anfang war sehr schwer: man musste die alten Gebäude renovieren; die Kapelle, die Auditorien, die Aula einrichten, die Wohnräume renovieren und einrichten, die Wohnungen für die Lektoren besorgen. Im Jahre 1991-1993 ist als Subregens Mons. Jonas Kauneckas tätig. Im Jahre 1993 begannen als Regens der ehemalige Spiritual Dr. Priester St. Brazdeikis und als neue Spiritual J. Kauneckas zu arbeiten. Ab 1990 bis 1993 studierten in 3 Studienjahrgängen 88 Seminaristen. Im Jahre 1993 war das Kleine Seminar wiederhergestellt. Im Jahre 1997 begann seine Tätigkeit als Regens CIC Doktor Priester Algis Genutis, der das Studium in Rom beendet hat.

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